Eine Großübung mit Herausforderungen für alle Beteiligten
25.04.2010 von Benjamin Bäcker
„Flugzeugabsturz in unwegsamen Gelände“
Motorboot auf dem Amperkanal
Bäcker und Frank Stürzebecher, wo sie stattfinden würde, die Übung. Voller Erwartung versammelten
sich daher die etwa 120 Einsatzkräfte vom Roten Kreuz, Wasserwacht, THW und KIT aus dem ganzen
Landkreis Freising am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr an ihren Stützpunkten. Es wurde viel spekuliert, wo
es wohl sein könnte. Sicher doch an einem Gewässer, da ja die Wasserwacht im Spiel ist. Echinger See,
Stoibermühle, alles wurde vermutet. Als schließlich um 9 Uhr die Alarmierung eintraf lüftete sich das
Geheimnis. Richtung Kranzberg sollte es gehen, dort ist der Sammelplatz. Jeder vermutete nun natürlich
den Kranzberger See, aber wieder falsch.
Das Unfallszenario spielte sich ganz versteckt im Wald am Amperkanal bei Appercha ab. „Absturz eines
Kleinflugzeuges mit Wasserberührung“ so lautete die Einsatzmeldung. Die erste Herausforderung war
logistischer Art. Wo sollte man auf dieser schmalen Uferstraße alle Einsatzfahrzeuge unterbringen und
dann auch noch Zelte für die Verletzten aufbauen? Die Führungskräfte lösten das Problem bestens.
Jede Lichtung und Lücke im Wald wurde ausgenutzt. Die ersten Einsatzboote der Wasserwacht
brachten Einsatzkräfte und Notfallmaterial ins Schadensgebiet, da dieses ca. einen Kilometer entfernt
flussabwärts lag und nicht von Land zugänglich war. Die erste Lagebeurteilung durch die
Sanitätseinsatzleitung ergab eine größere Anzahl von Verletzten (ca. 30) in schwierigem Gelände und
im Wasser. Die Verletzten mussten alle medizinisch erstversorgt werden, dann mit Rettungsbooten zur
Weiterbehandlung zum Behandlungsplatz und anschließend mit Rettungswagen in verschiedene
Krankenhäuser gebracht werden. Eine große Herausforderung für alle Fachbereiche.
Größere Rettungsboote von Wasserwacht und THW wurden durch einen Kran des Technischen
Hilfswerks eingesetzt. Am Schadensort haben zwei Tauchtrupp’s der Wasserwacht nach Passagieren
und Flugzeugtrümmern gesucht. Zwei Leichen (Puppen) mussten vom Grund des Amperkanals
geborgen werden. Desweiteren retteten Sanitätstrupps Verletzte aus dem unwegsamen Gelände der
Absturzstelle. Da der Landweg versperrt war wurden alle Patienten über den Amperkanal zum
entfernten Behandlungsplatz transportiert.
Die „Schnelleinsatzgruppe-Behandlung“ und der Fachdienst „Technik und Sicherheit“ des Roten
Kreuzes hatten 2 Versorgungszelte aufgebaut, wo die Weiterbehandlung der Patienten durch Notärzte
und Sanitätspersonal erfolgen konnte. Das Kriseninterventionsteam konnte an einem ruhigen Platz, die
unverletzten Patienten betreuen. Für den Abtransport in geeignete Krankenhäuser wurden über die
Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung und der Übungsleitstelle entsprechende Betten
zugeordnet. Der Transport in die Klinik (BRK Rettungswache Eching) erfolgte durch mehrere Fahrzeuge
des BRK. Die Zusammenarbeit aller Fachbereiche hat bestens funktioniert. Etwa 4 Stunden lang
schwitzten die Einsatzkräfte, bei schönstem Wetter an allen Einsatzabschnitten.
Ein großes Lob gilt auch den Helfern der Realistischen Unfalldarstellung, die es wieder verstanden die
Mimen fachlich gut zu schminken. Ein Außenstehender hätte die Wunden ohne weiteres für echt halten
können, noch dazu bei der schauspielerischen Leistung der Mimen.
Nach getaner Arbeit freuten sich alle Teilnehmer über den vom BRK Betreuungsdienst zubereiteten
Schweinebraten mit Knödeln und Kartoffelsalat an der Rettungswache Eching.
Rückblickend war es eine hervorragende organisatorische Leistung diese Übung auf die Beine zu
stellen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass solche organisationsübergreifenden Übungen überaus
wichtig sind, um den Arbeitsablauf aufeinander abstimmen zu könne.
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